Antrag der Bunten Fraktion Wustrow

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin,

der Rat der Stadt Wustrow (Wendland) möge beschließen:

1. Zum Schutz der Bevölkerung ist der Einsatz von Glyphosat und glyphosathaltigen Herbiziden auf städtischen Flächen grundsätzlich verboten.

2. Die Stadt Wustrow (Wendland) weist in Ausschreibungen deutlich auf das Einsatzverbot von Glyphosat und glyphosathaltigen Herbiziden auf städtischen Flächen hin, auch um wettbewerbsverzerrende Angebote zu unterbinden. Die Einhaltung des Einsatzverbotes wird überprüft.

 Begründung:

Glyphosat ist der meistgenutzte Wirkstoff in Beikrautvernichtungsmitteln und ein sogenanntes „Totalherbizid“, d.h. es wirkt gegen alle Pflanzenarten. Erstmals brachte das amerikanische Unternehmen Monsanto Glyphosat auf den Markt (Markenname „Roundup“) Mittlerweile verwenden auch andere Hersteller den Wirkstoff (Compo „Vorox“). Häufig wird Glyphosat in Kombination mit Netzmitteln ausgebracht, welche die Giftigkeit des Herbizids gezielt verstärken.

In Deutschland sind die ausgebrachten Mengen an Glyphosat und glyphosathaltigen Herbiziden in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Im Jahr 2012 waren es schon 5.981 Tonnen. Glyphosat wird in der konventionellen Landwirtschaft zur pfluglosen Bodenbearbeitung eingesetzt, die Bahn hält damit Gleise unkrautfrei. Es wird in privaten Gärten eingesetzt und Kommunen halten mit dem Wirkstoff Grünflächen unkrautfrei.

Während Glyphosat lange als toxikologisch relativ unbedenklich galt, deutet in den letzten Jahren eine wachsende Zahl wissenschaftlicher Studien auf massive Schäden für Mensch und Umwelt hin.

Anders als bislang angenommen, wird Glyphosat im Boden nicht in wenigen Tagen vollständig abgebaut, sondern fest gebunden. In Tonmineralen und Wurzelrückständen ist Glyphosat so gebunden, dass der Wirkstoff auch nach Jahren noch wirksam werden und die Bodenfruchtbarkeit schädigen kann. Selbst in Gewässern bis hin zum Grundwasser wurde bereits Glyphosat nachgewiesen.

Die massenhafte Anwendung von Glyphosat geht zu Lasten der Artenvielfalt bei Pflanzen, Insekten und Vögeln und steigert die Gefahr von Resistenzen bei Beikräutern. Durch den häufigen Einsatz von Glyphosat gibt es schon jetzt auch in Europa Unkräuter, die das Mittel in normaler Dosierung überleben.

Die nahezu allgegenwärtige Präsenz von Glyphosat hat schon jetzt Folgen auch für den Menschen. So wurden Glyphosatrückstände inzwischen sogar im Urin von Bewohnern deutscher Großstädte nachgewiesen. Offenbar wird das Gift auch über die Nahrungskette (es wurde bereits in Backwaren nachgewiesen) aufgenommen. Glyphosat gilt als zellschädigend und kann Krebs auslösen.

Der Bundesrat forderte per Beschluss am 8.11.2013 den Einsatz von Glyphosat für den Haus- und Kleingartenbereich zu verbieten. Es sei wahrscheinlich, so der Bundesrat, dass glyphosathaltige Beikrautvernichtungsmittel unsachgemäß eingesetzt werden, zum Beispiel auf versiegelten, befestigten oder abschwemmungsgefährdeten Flächen. Teilweise könne der Wirkstoff dann über die Kanalisation direkt ins Oberflächengewässer gelangen und werde dort punktuell immer wieder nachgewiesen.

Aktuelle Informationen:

1. Plusminus Sendung vom 02.04.2014 „Gefahr aus der Gartenspritze“; zu finden in der ARD Mediathek

2. Umweltinstitut München

3. Faltblatt Umweltinstitut München

4. NABU Deutschland

Für Fragen stehe ich zur Verfügung. Vielen Dank für die Bearbeitung.

Mit freundlichen Grüßen

Für die Fraktion

MARKUS SCHÖNING

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